Flug von Daniel Menet am 01.05.2019
Flugeigenschaften
Pilot: Daniel Menet
Verein: Die Moselfalken
Team: Meandertalair
Fluggerät:
Mantra M6  
Geräteklasse:
  GS Performance low (EN-D und einer Streckung von <7,3)
Flugaufgabe:
FAI Dreieck  
Flugstatus: (In Wertung)
Startplatz: 12:40 Uhr  -  Calmont-Hochkreuz/Bremm Start (SSO-SSW)
Landeplatz: 18:06 Uhr  -  Raststätte Elztal Nord
Flugzeit: 5:26
Strecke: 94,43 km
Punkte: 521
Höhe min/max (GPS): 309m / 2409m
Steigen min/max: -7,0m/s / 9,0m/s
Geschwindigkeit max: 122,0km/h
Ø Geschwindigkeit: 38,0km/h
Aufgaben-Geschwindigkeit: 17,4km/h
IGC:
GoogleEarth:
Eingereicht am: 02.05.2019 00:13:53
Flugbericht
Ich war für diesen Tag erst gar nicht sicher, ob ich überhaupt fliegen gehen sollte oder ob ich nicht besser den Tag mit der Familie verbringen und das Flugkontingent für ein anderes Mal aufsparen sollte. Die Thermikvorhersage war etwas durchmischt und mit einer deutlich tieferen Basis, als die, zu der sie sich letztlich entwickelte. Schließlich fuhr ich trotzdem los, da es der beste Tag für die ganze Woche sein sollte. 

Meine Erwartungen blieben aber bescheiden und wurden weiter gedrückt, als ich die relativ dichten Wolken im Norden und über dem Hunsrück sah (wie von Rasp vorhergesagt). Aber am Startplatz angekommen, traf ich die Crème de la Crème der Mosel Open Verweigerer, die ich eigentlich alle an der MO erwartet hatte: Christian Müller, Martin Pieper, Kricki, Martin Gräbel und noch ein paar andere. Da musste ja was gehen! 

Der Tag begann sich zu entwickeln und es formten sich erste Wolken hinter dem Startplatz und über der Ostkante. Aber es schien noch nicht zu tragen. Die ersten Winddummies machten nur verlängerte Abgleiter. Als dann bessere Ablösungen durchkamen und sich einer fast halten konnte, entschloss ich mich, rauszustarten.

Erst mal war aber langes Rumeiern angesagt - es wollte nicht durchziehen. Pieper und Kricki kamen nach einer Weile dazu und halfen bei der Suche nach dem rettenden Bart. Pieper fand was über dem Bahnhof von Ediger-Eller. Ich stieg tief unten ein und klammerte mich an den Fetzen fest. Pieper flog kurz darauf mit etwas Höhe in die Kuhle rechts vom Startplatz, wo mehrere Schirme am Kurbeln waren. Ich schaute immer mal wieder rüber, sah aber keinen schneller steigen und blieb in meinem Halbbart. Mit etwa 1400 Metern machte ich mich dann doch auf den Weg dahin, da die Wolke drüber sehr gut und satt aussah, und stieg oben ein - dachte ich. Weder Pieper noch Kricki waren unten zu sehen. Wo waren die bloss? Mist, jetzt sah ich sie hoch Richtung Alftal fliegen. Ich hatte es komplett verpasst, dass sie in einem Megabart hochgekurbelt waren, während ich noch mit den Fetzen weiter östlich am kämpfen war.

Na ja, Christian war gerade bei mir oben angekommen und mit ihm lag sicher was tolles drin. So flogen wir zusammen zum Alftal und fanden unterwegs schönen Anschluss. Über der Burg (den Namen habe ich schon wieder vergessen) trafen wir auf einen ganzen Pulk der MO. Da musste es also in Graach schon deutlich früher hochgegangen sein – hätte ich nie gedacht! Entlang der Kante des Kondelwaldes reihte sich eine schöne Strasse auf. Eigentlich hatten wir uns als Ziel genommen, soweit möglich Richtung Trier zu fliegen und mit Hilfe der MO Pulks die Thermik zu nutzen und dann mit Rückenwind zurück – flaches Dreieck (vor allem auch, weil die Rasp Modelle für die Eifel grössere lokale Abschattungen vorgesehen hatten). Aber diese Wolkenstrasse in die Eifel war ein Angebot, das ich nicht ausschlagen konnte. Ich nahm mir vor, die Wolkenentwicklung gut im Auge zu behalten und umzudrehen, sofern es nach Ausbreitung oder zu starker Abschattung aussehen würde – natürlich mit dem Risiko, dass ich zu tief in der Eifel durch eine blöde Abschattung den Weg zurück abgeschnitten bekommen könnte.

Christian entschloss sich, Richtung Wittlich weiterzufliegen. Na ja, dann war ich halt alleine unterwegs. Bis kurz vor dem Meerfelder Maar ging das gut. Dann war doch viel Abschattung, aber ich sah, dass es auf dem Rückweg und weiter westlich noch genug Sonne gab und sich die Strassen immer noch schön aufbauten. Um unter der Strasse zu bleiben, musste ich aber die NO Ecke vom Luftraum Spangdahlem überqueren. Ich hatte mehr als genug Höhe – dachte ich. Doch am Schluss wurde es doch noch knapp. Mit Gas rettete ich mich über den Luftraum hinweg, bevor ich den Tower hätte anfunken müssen. Unter mir war viel Wald und drüber eine Wolke – nur wo war das Steigen? Etwas mehr Richtung W war gut Sonne auf dem Gelände – also ab dahin. Soooo geil! Der Bart des Tages für mich. Ich wurde mit Spitzen von 5-7m/s hochgebeamt – die gesamten 1000 Meter an Höhe mit einem Schnitt von ca. 3,5m/s. Da schreit das Herz vor Freude!

Ermutigt durch diesen Bart und die immer höher ansteigende Basis, flog ich weiter nach NW bis übers Kylltal. Da wollte der Anschlussbart aber nicht gerade kommen unter der Wolke, die ich angesteuert hatte und so entschloss ich mich, das Fass nicht überlaufen zu lassen und besser die Strasse wieder zurück zur Mosel zu nehmen. Der WSW Wind hatte in der Zwischenzeit auch etwas zugenommen. Bei Wallenborn zögerte ich kurz und überlegte mir, direkt Richtung Mayen durch die Eifel zu fliegen. Doch es sah nach viel Schatten aus und unter den Abschattungen kamen noch ein paar Wölkchen hoch, die eine Basis von 500-700 Meter weniger zu haben schienen. Da sah es Richtung Mosel schon deutlich besser aus: viel Sonne und eine Strasse mit schönen fetten Wolken.

Mit dem Wind unter der Strasse ging es dann auch flott voran. Ab Mückeln löste sich das Wolkenbild langsam auf und es waren mehr Fetzen als richtig gute Wolken, die den Himmel zeichneten. Aber es sollte eigentlich mit der Höhe bis nach Bremm reichen. Also flog ich nach etwas Gebastel direkt Richtung Bremm und hoffte auf ein 80km bis 90km flaches Dreieck. Kurz vor Kliding kam dann aber die schönste Überraschung des Tages – mit sattem Steigen und fast keiner Bewölkung mehr ging es bis auf 2400msl nach 17 Uhr! Hurra! Und weit unten war der Bremmer Hang voll mit Schirmen.

Mein Skytraxx zeigte mir dann den verlockenden Sektor für ein FAI. Der Wind aus SW hatte etwas zugenommen und so sollte es noch möglich sein, bis dahin zu fliegen und ein FAI daraus zu basteln. Bei Greimersburg konntei ch nochmals etwas auftanken und somit war der Sektor mit Sicherheit zuerreichen. Kurz vor Mayen standen merkwürdigerweise alle Windräder recht stramm auf NO, obwohl ich in der Höhe noch klaren SW Wind hatte. Thermik war es keine, denn im ganzen Grossraum standen sie alle in die gleiche Richtung.

Kurz hatte ich noch Hoffnung, ein Bärtchen zu finden. Dann kam ich aber in eine sehr dunstige Inversionsschicht bei der nichts mehr hoch ging und merkte, dass ich auf den NO Wind gestossen war. Na ja, dann halt mit etwas Rückenwind noch soweit möglich zurück.

Um es zuzumachen, hätte ich etwas schneller unterwegs sein müssen. Der Tag war zu Ende. Aber he, ich war super happy. Thermik und Basis waren genial, Aussicht wunderschön und ich konnte 5 ein halb Stunden in der Luft spielen. So darf die Saison weitergehen!

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Kommentare
geschrieben von Reinhard May
Geil! Mit solchen Flügen lernt man das Gelände immer besser kennen, und irgendwann passt dann ein viel grösseres
geschrieben von Joachim Krick
Joachim Krick
Ist echt der Hammer was du da in die Luft zauberst. Und dann noch vorgeplant. Respekt. Bin beeindruckt. TipTop Daniel.
Sollen wir mal versuchen ein gemeinsames Fliegen zu planen? Ist ja schwierig genug.., vielleicht gelingt es ja doch..
geschrieben von Daniel Menet
@Tom: Nee, das war bewusst so gemacht. Ich hatte an dem Tag nur mit einem flachen Dreieck gerechnet. Als ich dann ca. 84km flach im Sack hatte und ich kurz vor Bremm auf über 2300msl war, musste ich den Versuch machen, ein FAI daraus zu stricken. Das ging dann ja auch mit über 94km FAI. Leider war ich ca. 30 Minuten zu langsam, sonst hätte ich die 1-2 Bärte noch bekommen, um es zu zu machen.
geschrieben von Thomas Wilbertz
Thomas Wilbertz
Am Ende zu viel gewollt?
Aber wer nicht wagt...
Gut geflogen
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