Flug von Armin Harich am 01.04.2013
Flugeigenschaften
Armin Harich
Pilot: Armin Harich
Verein: Pfälzer Gleitschirmclub
Team: Uffdreher
Fluggerät:
Skywalk Chili 3 M  
Geräteklasse:
  GS Sportklasse (bis DHV 1 und 1-2 od.EN/LTF A+B)
Flugaufgabe:
JOJO  
Flugstatus: (In Wertung)
Startplatz: 10:39 Uhr  -  Erlau Start (O-SO)
Landeplatz: 15:28 Uhr  -  Rehlingen-Siersburg - DE[~10,03km]
Flugzeit: 4:49
Strecke: 173,02 km
Punkte: 476
Höhe min/max (GPS): 316m / 1665m
Steigen min/max: -12,0m/s / 10,0m/s
Geschwindigkeit max: 137,0km/h
Ø Geschwindigkeit: 48,0km/h
Aufgaben-Geschwindigkeit: 35,9km/h
IGC:
GoogleEarth:
Eingereicht am: 01.04.2013 17:05:48
Flugbericht
Gestern nacht um 22:30 bin ich aus Spanien vom Kites testen zurückgekommen.
Dass der Ostermontag gut wird zum Streckefliegen, habe ich bei wetter-jetzt.de schon 5 Tage vorher sehen können. Meine Auswertung der Top500 Flüge vom XC-Server sagt auch, dass es der statistisch erste guterTag ist. Bingo.
Es war viel Wind angekündigt. Nach längerem Überlegen, ging es dann ab nach Erlau mit Thorsten Braun und Remy. Schnell fertig machen und raus, bevor es doch noch zu windig werden könnte.
GoPro und Co dürfen zur Zeitersparniss im Bag bleiben.
Der Wind hatte zum Glück doch weniger Nord als befürchtet. Also ab zur kleinen Wolkenstraße im Norden und aufdrehen. Da die Basis noch so niedrig war, konnte man die Bärte fast komplett ausdrehen ohne den Luftraum C zu verletzen. Ich wollte eh mal eine neue Route von Erlau wählen, da ich mich sonst immer hier zu schnell beim wegfliegen versenke. Weise Entscheidung. Diesmal ging es über den Meli. Den hatte ich eh noch nicht von oben gesehen.
Über der Rheinebene dann eine noch sattere Wolkenstraße. Ich habe sie 100m unter der Basis erreicht und unter ihr aber nicht einmal Steigen gehabt. Alles tote Wolken. Super.
Also raus aus der Abschattung und über dem Wald und den Stromleitungen geht es zäh wieder hoch. Am Biblis See dann heftiges Saufen mit bis zu 5m/s beim Anflug zur nächsten Wolke. Da habe ich die gute Fluglinie wohl komplett verloren. Ich stellte mich schon auf die Landung ein, da kommt von rechts ein Vogel mit angelegten Ohren über mir vorbei. Warte mal. Wenn er über mit ist, muss da doch vorher Steigen gewesen sein wo er herkommt. Also ignoriere ich die Wolke vor mir mit dem eigentlich besser aussehenden Untergrund und dem besseren Anschluß zur Hauptstraße in der Hoffnung, dass Logik auch hier funktioniert. Ich fliege direkt neben dem See über einen nur kleinen lichten Wald. Zum Glück habe ich es nicht gescheut von den Feldern zur Not bis zum Ort zu laufen. Es geht hier genau so, wie es gerade runter gegangen ist, hoch. Perfekt.
O.K. da haben wir wieder was gelernt. Nicht hudeln, ich habe Zeit. Der Wind wird mir auf meiner FreeFlight App dank Software update nun recht genau zwischen 18 und 31 km/h angezeigt.
Das schiebt dich doch super. Für den vielen Wind ist es erstaunlich ruhig. Ich kann die Bremsen loslassen, wenn mir die Finger mal kalt werden oder ich doch mal ein paar Fotos mit dem IPhone das auch den Flug aufzeichnet machen will. Dass ich ein EN-B Schirmchen habe, stört dafür sicher auch nicht.
Über Worms geht es wie beim Flug letztes Jahr sauber hoch. Die Basis ist nun schon auf 1400m. Dann wieder nur Sinken, bis zur Landestelle bei Momsheim, wo ich letztes Jahr gelandet bin. Also Nullschieber suchen und ich lasse mich weitertragen, bis aus dem Nullschieber doch noch Steigen wird. Geschafft. Kurz nach 12:00 und schon 60 km auf meiner OLC Anzeige.
Weiter im Zick Zack Kurs im Suchgleiten modus unter den nur kurzlebigen Wolkenschleiern.
Am Donnersberg ist Flugpause. Ich vermute am Start zu viel Wind. Ich bin langsam eh zu tief, um dort hinzugleiten, da ich den Wolken folge. Ich fliege der A63 entlang. Ein Segelflieger dreht schon unter den Wolken, aber noch zu weit weg für mich. Aber Ich lasse mich mit dem Wind zu den Wolken schieben und nehme das Steigen mit, was ich bekomme.
Da kommen 5 Störche zu mir, die mit mir drehen. Das hatte ich noch nie. Shit, ich hätte die GoPro wohl doch auf dem Helm setzen sollen und die Fernbedienung mitnehmen. Egal, ich bin wieder an der Basis. Die Erlebnisse sind auch so im Gehirn eingebrannt. .
Der Wind in der Düse geht auf 30 km/h hoch. Zumindest war es hier optimal landbar, wenn es nicht mehr hochgehen sollte.
Nun der Tanz von Wolke zu Wolke an Ramstein vorbei. Bei einem anfliegenden Bomber, verlasse ich meinen Bart doch lieber und zeige meine Fläche, da er seine Richtung ändert die mir nicht gefällt. Er fliegt an mir vorbei. Schön.
Beim Wildpark Potzenberg, fällt die Wolke zusammen bis ich endlich dort bin. Aber im Lee mit der Sonne auf den kahlen Wäldern geht wieder ein Bart mit Spitzen über 5m/s hoch. Der Wind im Windschatten nur noch 15km/h.
Mein Chili schnurrt auch hier wieder brav nach oben. So darf das sein.
Nun kommt die angekündigte Cirrren Abschattung rein. Naja, das wars dann wohl. Die Wolken lösen sich auf. Nur noch ein paar wenige Schleier, die ich halt anfliege. Ich durchfliege in 1h die Cirrenabschattung mit der besten Höhe des ganzen Fluges. Unglaublich. Es ist richtig surreal, wie im Traum, ich fliege zwischen 1250 und 1650m. Es fühlt sich wie Umkehrthermik an. Ich bin ganz alleine kein Segelflieger, oder sonst was am Himmel. Ich war mir sicher, dass das mein Ende sein wird und dann sowas.
Das Cirrenfeld zieht, wie bei wetter-jetzt angekündigt, vorüber und es geht erstmal runter. Komische Welt. Ich sehe Segelflieger vom Flugplatz Dillingen tief vor mit kurbeln. Ich lass nichts anbrennen und fliege die Thermikanzeigen natürlich an. Ein freundliches gegenseitiges Gewinke. Für sie scheint die Thermik zu zerrissen zu sein und ich kann sie schnell übersteigen mit engen Keisen und weiter geht's.
Es ist gleich 15:00, ich habe knappe 150 km auf dem OLC-Zähler und jetzt kommt die Kontrollzone in Frankreich. Shit. Deswegen wollte ich eigentlich auch lieber weiter westlich starten. Aber es gibt halt nicht so viele brauchbare Startplätze.
Am Wochenende, sind in Frankreich zwar die meisten Tieffluggebiete deaktiviert, aber auch so ist da alles dich. Nur an wenigen Stellen sind bis knapp über 1000m Flughöhe erlaubt. Ich kontrolliere in der Luft noch mal alle Lufträume. Nix zu machen.
Ich entscheide mich, die Höhe nach Norden abzugleiten, da für die Deutsche Flachlandmeisterschaft eh nur Flügen innerhalb Deutschlands Grenzen wählen. Um 45 Grad Drift zu erzeugen, muss ich deutlich mehr als 90 Grad vorhalten und beschleunigen. Wahnsinn der Wind. Bei der Landung, habe ich noch ein paar km/h Vorwärtsfahrt und lande ganz knapp hinter der Grenze. Um 8:30 bin durch Trampen und Remy wieder schnell nach Hause gekommen.
Remy hat heute auch mehr als 100 km Geschafft und Thorsten auch 22km. Ich hoffe, es kommen noch Tage an denen das Wetter passt und ich einen Startplatz finde der genug Raum lässt um noch ein bisschen weiter zu fliegen…..
Aber selbst so war es ein wahnsinnig schöner Flugtag. Im Sommer, werde ich auch wieder ein paar Flüge per Video dokumentieren.

LG; Armin
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Kommentare
geschrieben von Daniel Menet
Genialer Flug, Armin; vor allem bei den niedrigen Arbeitshöhen, die Du zu beginn des Fluges hattest!

Hättest allerdings nach Frankreich weiter fliegen können, um einen neuen Streckenrekord für die Region aufzustellen. Du warst weit nördlich von Metz/Nancy (da sollte man wirklich nicht reinfliegen) und die Lufträume um Metz/Frascati (da wärst Du rein) sind meines Wissens mittlerweile nicht mehr aktiv. Zumindest fliegen wir hier regelmässig bei Thionville und viele Franzosen machen von da weite Strecken in die französische Pampa. Dein Flug hätte auch für die Flachlandmeisterschaft gezählt - halt "nur" die Kilometer, die Du innerhalb Deutschlands abgespult hättest.
geschrieben von Wolfgang Freund
Unglaublich und genial!
geschrieben von Armin Harich
Armin Harich
Da ich das IPhone/Ipad zur Dokumentation nutze, können hier ein paar Ausreißer in den Messwerten sein. Aber eine Zeit lang konnte ich mal mit 80 km/h mit Rückenwind 2/3 beschleunigt fliegen. 4m/s integriert hat es schon ab und zu mal gegeben, wobei ich auch schwaches Steigen genutzt habe.
geschrieben von Robert Ruland
Robert Ruland
Respekt (XC-Serverdaten):
Dauer 4:51:05
Maximales Steigen 4.1 m/sec
Maximales Sinken -6.8 m/sec
Grösste Höhe (über NN) 1665 m
Minimale Höhe (ner NN) 315 m
Start Höhe (über NN) 414 m
Höhen Zugewinn 1251 m
Maximale Geschwindigkeit 77.1 km/h
Durchschnittsgeschw.(Luft) 40.3 km/h
4:51 h bei -3 bis - 8 °C - zzgl. Windchillfaktor bei bis zu 77 Km/h
geschrieben von Christian Müller
Schluchz,es war also doch kein Aprilscherz.
Gratulation ,ein Traum von einem Flug,irre !!!
geschrieben von Armin Harich
Armin Harich
Der optimale Startplatz passend zum Wetter ist schon das Entscheidende. Zumindest so lange es noch keinen Elektrostart gibt. Dafür ist das zurücktrampen ohne E-Motor natürlich besser.
Mal schauen, was die Saison noch bringt und ob ich auch die Zeit habe die Tage zu nutzen.
geschrieben von Bernd Weitzel
Bernd Weitzel
Hi Armin Wahnsinnsflug.
Du zeigst es immer wieder, am Ende ist es egal womit man fliegt.
Toll mit Ansage, einmal Quer durch´s XCcupGebiet.
Zeig uns mehr solcher Strecken.
geschrieben von Thorsten Braun
Thorsten Braun
Der Hammer ist ja auch bei dem Wind gestern hat Armin noch in der Luft mit mir telefoniert.

Der Chilli scheint wirklich entspanntes Fliegen zu gestatten....
geschrieben von Armin Harich
Armin Harich
Danke.

So, anbei noch ein Bericht. Ich lese andere Berichte auch sehr gerne.

Liebe Grüße, Armin
geschrieben von Thorsten Braun
Thorsten Braun
Rammstein und Baumholder sauber getunnelt......
geschrieben von Jochen Stingl
Jochen Stingl
Respekt, find ich gut Gratulation
geschrieben von Thorsten Braun
Thorsten Braun
Hammerflug mein Freund, ich konnte nicht mithalten