Flug von Sascha Nilius am 24.05.2010
Flugeigenschaften
Sascha Nilius
Pilot: Sascha Nilius
Verein: Drachenflugclub Saar
Team: Skywalker
Fluggerät:
Laminar Z9  
Geräteklasse:
  HG FAI-1 (Drachen turmlos)
Flugaufgabe:
JOJO  
Flugstatus: (In Wertung)
Startplatz: 13:19 Uhr  -  Serrig Start (SW-W)
Landeplatz: 16:13 Uhr  -  Mackenrodt
Flugzeit: 2:54
Strecke: 78,89 km
Punkte: 138
Höhe min/max (GPS): 357m / 2421m
Steigen min/max: -5,8m/s / 5,8m/s
Geschwindigkeit max: 90,0km/h
Ø Geschwindigkeit: 56,0km/h
Aufgaben-Geschwindigkeit: 27,2km/h
IGC:
GoogleEarth:
Eingereicht am: 25.05.2010 03:32:06
Flugbericht
Teil 1: Flug
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Nach den ersten 15 Minuten hatte ich eigentlich schon keinen Bock mehr. 300m rauf...rausgefallen...Bart weg, wieder rauf...rausgefallen...rauf...raus.... Dazu noch ziemlich rustikale Bedingungen. Auch bei den Anderen sah es aus wie welke Blätter im Wind.
Nach ca. 30 Minuten Rumrühren dann endlich ein Bart der gescheit durchzog, außerdem viel softer als am Hang.
Eigentlich war mein Plan Richtung St. Wendel zu fliegen, aber jede Wolke hat mich immer ein Stück nördlicher gebracht. Also umdisponiert und neues Ziel Richtung "nach Hause" eingetippt. Wollte schon immer mal daheim landen. Bei Ellweiler knapp vorbei am südöstlichen Eck von Hahn; da hätte echt keine Bildzeitung mehr dazwischen gepasst. Übrigens: Das neue Compeo-Update mit akustischer Luftraumwarnung funktioniert prima. Dann immer mehr oder weniger der B41 entlang, brav durch den westlichen Segelflugsektor Baumholder. Dort noch ein paar Segler getroffen. Komisch, die Strecke bin ich früher jeden Tag gefahren. Von oben könnt ich kein einziges Kaff erkennen. Blick aufs Vario: Noch 8km bis zum Ziel. Man sieht schon unser Haus. OK, das war's dann. Natürlich wär's noch weiter gegangen, aber scheiss drauf. Die 2000m Resthöhe hab ich genutzt um ein wenig nach Norden zu verlängern. Für den Rückweg hat's gerade so gereicht. Trotz Z9-Rennflitzer hat man's bei 20-25er Gegenwind schon schwer.


Teil 2: Rückhol-Odyssee
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Nach der Landung erstmal daheim angerufen....keiner da. 5 Minuten später ruft Frank an: "Ich steh bei Kirchheimbolanden, hast Du schon nen Rückholer?"
"Hmnö, aber ich telefonier mal rum und melde mich wieder".
Anruf bei Rainer: "Ich hab mich bei Oberbrombach versenkt". "Ui toll, ich steh 10km weiter bei uns zuhause. Und jetzt?". "Udo und Petra kommen vorbei und bringen mein Auto mit".
Dann nochmal Frank Bescheid gesagt dass die Rückholung am Laufen ist. Ich probier's wieder daheim und erwische meinen Bruder: "Schnapp Dir bitte mal ein paar Biere und komm hoch zur Wiese". Inzwischen ist Rainer auch schon da. Schnell zusammengepackt, aufgeladen, ein Bierchen gezischt und weiter geht's Richtung Kirchheimbolanden. (Rainer hat übrigens nur ein Mixery getrunken, nicht dass jemand denkt...).
Auf der Fahrt ruft Bummi an. Der steht auch irgendwo in Frank's Richtung. Das passt ja.
Es dauert auch nicht lange und Olaf meldet sich. Der hat natürlich den Bock geschossen und steht irgendwo hinter Aschaffenburg. Rainer macht sich schon Sorgen ob sein Dachträger so viele Drachen aushält. Eigentlich wäre Bummi gerne auf dem Rückweg bei Kaiserslautern ausgestiegen und sich da von Heri abholen lassen. Das kann bei nem Umweg über Aschaffenburg natürlich dauern. Deshalb meldet er sich ab und lässt sich lieber direkt abholen.
In Kirchheimbolanden das Auto nochmal vollgetankt, Frank aufgegabelt und weiter geht's. Auf der Fahrt gab's dann etwas Stress weil ich mich mit der Garmin-Navigation ein wenig blöd angestellt, und anstatt der direkten Autobahn-Route die (landschaftlich reizvollere ;-)) Landstrassen-Strecke vorgeschlagen hab. Navigation nur mit der Garmin-Basiskarte ist auch echt Mist.
Um ca. 21:00 haben wir dann auch endlich den Olaf in Kleinheubach gefunden. Aber damit war's noch nicht gelaufen: Rainer hätte da noch einen Motor für einen Opel Commodore bei Ebay ersteigert. Rüsselsheim liegt doch eigentlich auf dem Rückweg, oder? Jetzt ist auch egal. Also einen kleinen Umweg über Rüsselsheim, dort noch durch einen Blitzer gerauscht und den 200-Kilo Motor eingeladen. Wir nehmen heute alles und jeden mit ;-)
Essen wär jetzt schick. Bei Gross-Gerau findet sich sogar ne Pizzeria die extra für uns noch die Küche anwirft. Inzwischen ist's übrigens schon 23 Uhr.
Jetzt aber auf dem schnellsten Weg zurück nach Serrig. Am Dreieck Ramstein kippt dann noch der (selbstverständlich) fachmännisch gesicherte Motorblock um, und das Öl verteilt sich schön auf dem Boden.
Um 2 Uhr stehen wir endlich wieder in Serrig an unseren Autos....

In diesem Sinne ein dolles Dankeschön an:
- Udo und Petra für Rainer's Auto-Bringen
- meinen Bruder für die Bier-Versorgung nach der Landung
- Rainer für's Fahren und die Geduld (naja) wegen meiner stümperhaften Wegbeschreibungen

Verluste:
- 15 Euro für den Blitzer in Rüsselsheim (oder was kosten 10km/h zu schnell innerorts?)
- Olaf's Kapp in der Pizzeria
- Öl-Sauerei in Rainer's Auto

Gewinn:
- geile Flüge
- coole Rückhol-Aktion
- jede Menge Hasengespräche während der Fahrt

.....priceless.....
Kommentar Auswerter
EDR-116 nicht aktiv. Siehe auch Nutzungsplan für KW21.
Außerdem Durchflug im aktiven Segelflugsektor Baumholder West.
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Zeit:   
Höhe (GPS):   
Höhe (Baro):   
Höhe/Grund:   
Geschwindigkeit:   
Vario:   
Kommentare
geschrieben von Torsten Hänsel
Torsten Hänsel
Servus!
Kompliment zu dem tollen Flug,
da habt ihr von Serrig aus ja richtig gut zugeschlagen!
Kann verstehen wenn man direkt vor der Haustür landen kann ist´s bestimmt was Besonders.
isch wollt isch könnt aach e mol bis no Hemm flieje...
Komme aus Brücken aber immerhin hab ich es letztes Jahr bis nach Schwolle geschafft
Is halt immer der bleede Gockel dezwischwe

Grüße,
Torsten
geschrieben von Edward Lenzen
Da muß ich Dir 100% zustimmen; es ist schade, wenn man nur noch nach den geflogenen Kilometern schaut. Aber ist es Dir nicht schwer gefallen, mit Deiner Höhe noch etwas weiter zu fliegen? Hattest Du nicht zwei Stimmen in Dir: eine sagte: flieg weiter; eine sagte: super! endlich mal zu Hause landen?
Zu den Fotos: seit ich wieder in der Luft fotographiere, habe ich zwei Phänomene festgestellt: beim fotographieren nehme ich mir mehr Zeit für die Natur; ich nehme sie anders, intensiver, und nicht so selektiv (Abrisskanten, Untergründe, Wolken etc.) war. Und später bleibt die Erinnerung an die schönen Momente eines Fluges durch die Fotos lebendig. Ohne Fotos verblassen bei mir die Erinnerungen an Flüge; dann bleiben wirklich nur: wann man von wo wie weit oder wie lange geflogen ist. Mir geht es jedenfalls so. Ich finde es auch immer sehr schön, wenn Piloten hier im XC-Cup ihre Fotos reinstellen...
geschrieben von Sascha Nilius
Sascha Nilius
Mehr oder weniger. Nicht die Kilometer haben's gemacht sondern einfach die Tatsache, dass ich schon seit Längerem einfach mal daheim landen wollte. Das und die geile Rückhol-Aktion sind viel mehr Wert als irgendwelche Punkte oder Platzierungen....

Schade dass das doofe Handy im Dunkeln keine gescheiten Fotos hinbekommt. Hätte gerne noch ein Bild mit dem großen Motor hinten im Auto reingestellt. Besonders die Stelle, wo das Ding in der Kurve umgekippt und die Soße auf den Boden gelaufen ist....
geschrieben von Edward Lenzen
Hallo Sascha, 2000 Höhenmeter bei dem Wetter vernichten, um nach Hause zu kommen, muss was ganz Besonderes bedeuten. Wenn Du endlich! mal nach Hinterweiler kommst, kannst Du es mir ja verraten... Dein Flug und Dein wirklich geiles Rückholunternehmen - einfach Spitze. Ich werde bestimmt noch öfter darin lesen. Edward