Flug von Armin Harich am 21.05.2017
Flugeigenschaften
Armin Harich
Pilot: Armin Harich
Verein: Pfälzer Gleitschirmclub
Team: Uffdreher
Fluggerät:
chili 4 s  
Geräteklasse:
  GS Sport high (EN A+B mit einer Streckung >=5,2)
Flugaufgabe:
FAI Dreieck  
Flugstatus: (In Wertung)
Startplatz: 10:13 Uhr  -  Bad Wildungen - DE[~3,58km]
Landeplatz: 16:59 Uhr  -  Bad Wildungen - DE[~1,7km]
Flugzeit: 6:46
Strecke: 128,19 km
Punkte: 767
Höhe min/max: 227m / 2220m
Steigen min/max: -1,7m/s / 0,0m/s
Geschwindigkeit max: 72,0km/h
Ø Geschwindigkeit: 35,0km/h
Aufgaben-Geschwindigkeit: 18,9km/h
IGC:
GoogleEarth:
Eingereicht am: 21.05.2017 17:33:45
Flugbericht
Ja, ich weiß. Schon wieder so ein Flug. Sorry. Ich plane halt gerne und fliege es dann nach bester Möglichkeit. 

Danke an Charly von der AFS-Flugschule.de, dass wir bei ihm per Stufenschlepp früh und sicher in die Thermik gekommen sind.

Die Prognosen hatten hier den geringsten Wind und die Thermik war ausbreitend und etwas hochreichend angekündigt.

So war es im Groben dann auch.

Mit Wolfgang Freund, Sven Nissen und Jochen Stingel, waren wir um 9:00  Ur zeitig am Startplatz.

Nach 4 Stufen im Schlepp war ich hoch genug, um sicher die nächste aktive Wolke anfliegen zu können. Über dem Platz waren zu der Zeit noch nur 0 Schieber zu finden und es war mir zu riskant gleich wieder unten zustehen.

Die geplante Route bildete schon kräftige Cumulanten und ich konnte gut und mit kräftigem Steigen die erste Wende im SW nehmen.

Die Wolken hatten keine so klaren Untergrenzen, sodass der Untergrund mit Sonnen/Schatten Grenzen und zur Sonne geneigten Flächen auch wichtig war, um das beste Steigen zu lokalisieren.

So ging es zügig bis an das Sauerland. Es ist ein toller Anblick gewesen, dort hochfliegen zu dürfen. Die Basis war über dem Sauerland gleich 300m höher. Ich drehte rechts , wie geplant etwas hinter dem Ettelsberg bei Willingen. Es schattete dort wie erwartet etwas ab, da die Hochebene noch thermisch aktiver als das Umland war. Eigentlich eine Schande, schon um 13:00 Uhr nach ca. 40% der geplanten Strecke schon zu drehen. Aber es war nicht einfach zu fliegen und ich drehte lieber um.

Ich mogelte mich vorsichtig wieder raus. Wolfgang war etwas hinter mir im Anflug und wir sprachen kurz, dass wir versuchen wollen doch den Rest zusammen zu fliegen.

Beim Diemelsee wurde das Steigen dann so stark, dass ich es nicht mehr schaffte unter der Wolke zu entkommen. Ich muss sagen, das ist ein Sch…Gefühl und ich wurde doch etwas panisch. Ich habe zwar ein Flarm, aber die Tragegurte wanderten immer weiter nach hinten. Ich dachte, der Schirm stallt.Nein Armin. Der Schirm stallt nicht!! Du hast nur Panik und richtest dich immer weiter auf. Ich schaffte es nicht, mich entspannt nach hinten zu legen und die Richtung trotz  der Instrumente zu halten. Ich drehte trotzdem nach rechts. Ich war sicher, gerade aus zu fliegen, aber die Instrumente sagten, dass ich klar nach rechts drehe. Ein Sch... Gefühl, wenn man weiß ,das man panisch ist und es nicht richtig unter Kontrolle bringt. Das kenne ich sonst nicht bei mir.

Als ich ein paar gefühlte Minuten, auch wenn es nur Sekunden waren ,später wieder Sicht hatte, konnte ich mich wieder etwas entspannen.Dachte ich zumindest. Aber ich flog 45 Grad abseits vom geplanten Kurs weiter ,ohne es zu realisieren.

Es ging wie ein Stein runter und ich merkte, das ich komplett umschalten muss. Es ging nun nur noch drum, nicht abzusaufen. Vergiss alles andere. Suche nur noch Steigen. Egal wo und wie. Ich drehte 180Grad um und flog wieder Richtung thermisch aktiverem Hochplateau. Ich hatte nun Rückenwind, was auch ein klarer Beleg war, dass ich vorher komplett falsch geflogen bin. Die Thermik zog den Wind zum Hochplateau.

Ich war schon auf Landen eingestellt, konnte mich aber wieder etwas konzentrieren um im kräftigen Sinken Vögel unter mir zu erkennen. Ich stieg über ihnen sicher in einen engen ruppigen Aufwind, der sich durch das großflächige Sinken empor bohrte

Uff. Geschafft.  Die Angstattacke von vorher steckte mir noch in den Knochen.

Ich dachte, dass Wolfgang nun nach meiner Ka.. Aktion nun vor/über wir war. Aber auf dem Livetrack auf der FreeFlight App sah ich, dass er denselben Mist mir nachgeflogen war. Ich drückte ihm die Daumen, dass er es auch wieder schafft hochzukommen. Er dachte, ich wüsste was ich tue. In dem Fall wusste ich es nicht.

Also wieder back on Track ging es weiter zur nächsten Wolke und die übernächste zog nicht. Ich wollte weiter, da ich noch Hoffnung hatte , aber ich bin wieder schön tief gekommen und musste aus kleinen Sonnenflecken Steigen suchen. Der Wind war nun zu meiner Überraschung deutlich aus NO als Gegenwind. Ich war wohl doch über den Bart drüber/vorbei geflogen ,wenn ich so einen Gegenwind hatte. So tief in den Schatten zurück machte aber keine Sinn. Ich konnte das Sonnen/Schatten Spiel für mich nutzen und am Wakebordlift unter mir den nächsten Bart nehmen, um ein paar 300m Höhe zu tanken, und um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen und auf meine Gefühl zu hören. Der Wind drehte nun auf Nord. Ich vermutete, dass die SW-W Flanken auf der anderen Seeseite den Winddreher erzeugten und querte. Eine Wolke stand auch kurz dahinter und ich konnte einen Super 4m/s Bart nutzen. I was back in the Game again.

Nun wollte ich das Dreieck nur noch zu Ende fliegen, statt doch noch irgendwann abzusaufen. Ich entschied mich aufgrund des Wolkenbildes vor der CTR Kassel/Calden die Wende zu setzen. Sie gaben zwar anderen Fliegern eine Freigabe, aber ich wollte es entspannt und beantragte sie gar nicht.

Der Rückweg zur Edertal Sperre wurde mit einem wunderschönen Blick belohnt. Meine GoPro Akku war schon leer und zum Filmen mit dem Handy war mir heute nicht mehr. Ich wollte bei Charly an der Schule einlanden, aber konnte ihn aus der Luft nicht ausmachen, da ich etwas zu westlich suchte. Egal. Bei deutlichem Ostwind bin ich dann in Bad Wildungen am Fuß des Schleppgeländes gelandet.

Um 17 Uhr schon zu landen, wenn die Wolken noch stehen ist ja sonst nicht so mein Ding. Aber die Aufgabe war praktisch eh zu und ich bin endlich mal im XC-Cup Gebiet bei uns ein größeres Dreieck als mein 100er vom letzten Jahr geflogen.

Jetzt gehts Montag mal wieder motiviert arbeiten.

Irgendwann ist dann mal ein 150km Dreieck bei uns fällig, was ich sonst nur im Nordosten geschafft habe. Vorfreude ist ja das schönste.Irgendwann kommt der Tag noch.
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Kommentare
geschrieben von Armin Harich
Armin Harich
Mein Frau korrigiert es heute erst . Ich schreibe die erste Version immer nachts, nach einem langen Tag.
geschrieben von Joachim Krick
Joachim Krick
Man oh man. Und nochmals meinen herzlichen Glückwunsch. . . zu x-ten mal du XCCUP-Best-Max-Point-Flug. Geplant und gemacht - unglaublich.
Wenn du nochmal so schreckliche Berichte schreibt, bekommst du keine weiteren Kommentare.
Bitte, bitte lieber Armin. Lese doch ein zweites mal deinen Bericht, bevor du den Online stellt. Beim Lesen verdrehen sich mir wirklich Augen und Ohren gleichzeitig ...
geschrieben von Armin Harich
Armin Harich
Danke. Bericht ist online. Video folgt noch.
Ich war schnell unterwegs. Aber so einfach war es gar nicht bei dem Wetter sich nicht zu versenken.
geschrieben von Jörg Franke
Jörg Franke
Alder Vadder.... Da haste aber ein Teil hingeschraubt! Respekt!
geschrieben von Martin Pieper
Martin Pieper
Hammerflug.
Herzlichen Glückwunsch Armin.
Die Punktzahl ist normalerweise schon für drei Flüge nicht übel.
geschrieben von Christian Müller
Wahnsinns Schnitt, super !!!!!
geschrieben von Tim-Patrick Meyer
Tim-Patrick Meyer
Armin, ich glaub echt, Du musst mal zum Arzt ... das kann nicht gesund sein! Schön noch mal hochgekommen bei Mühlhausen, dolles Ding!
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